Nach dem Spiel
Spielbericht
Spielbericht: TFVHH, Liga 4c, 17. Spieltag
Teams: FC St. Pauli Sekt und Pöbeln – Kellerkicker Bergedorf
Datum und Uhrzeit: Mittwoch, 02. Juli 2025, 20:00 Uhr
Ort: FC St. Pauli Clubheim
Endergebnis: FC St. Pauli Sekt und Pöbeln – Kellerkicker Bergedorf 15:17 (73:71)
Auswärtssieg vorm Saisonfinale: Kellerkicker trotzen der Hitze und hitzigen Atmosphäre im Clubheim
Am 17. Spieltag der TFVHH Liga 4C wartete mit dem FC St. Pauli Sekt und Pöbeln eines der stärksten Teams der Saison auf die Kellerkicker. Im Hinspiel gab es ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen, das letztlich in einem leistungsgerechten Unentschieden mündete. Vor der Partie legten die direkten Tabellennachbarn, der FC St. Pauli Kicker der Kokosnuss, bereits mit einem Heimsieg vor, sodass die Kellerkicker zumindest einen Punkt benötigten, um ihre Tabellenführung zurückzuerobern, wohingegen Sekt und Pöbeln einen Heimsieg brauchten, um auf den 3. Tabellenplatz zu springen, der zur Aufstiegsrelegation qualifizieren würde. Alles versprach also vorab eine spannende Partie. Dieses Versprechen wurde gehalten!
Gegen starke und kämpferische Gegnerinnen gelang es den Kellerkickern erst mit dem letzten Treffer des Spiels, den Auswärtssieg zu sichern. Das erlösende 6:4, das spät am Abend fiel, war der krönende Abschluss einer durchweg spannenden Ligapartie auf Augenhöhe.
Kopf an Kopf in die Halbzeitpause
Schon vor der Partie gab es einige Hürden für die Kellerkicker, da – anders als bei den letzten Spielen im Clubheim – die Begegnung dieses Mal inmitten des parallel stattfindenden „DYP“ ausgetragen werden musste, noch dazu mit dem zweischneidigen Privileg, direkt am Clubheimeingang spielen zu dürfen, an einem für die Kellerkicker ungewohntem Leo, da dieser bereits mit der neuen Spielfläche ausgestattet war – bei 36 Grad Außentemperatur.
Nach alter Kellerkickertradition eröffnete der „Jofessor“ den Spielabend mit dem ersten Einzel. In der Partie gegen die laut Spielerstatistik beste Sekt-und-Pöblerin Myrna konnte er sich – mit einigen sehenswerten Treffern von der 2 – ein achtbares 5:5-Unentschieden erkickern, ein Ergebnis, das es im Hinspiel insgesamt acht Mal gab und an diesem Abend zumindest noch vier weitere Male zu verzeichnen war.
Alex tat es ihm im folgenden Einzel gegen Helena gleich, die es sehr gut verstand, Lücken in den Verteidigungsreihen über präzise Bandenschüsse von der 2 auszunutzen, während es Alex trotz Führung und Satzball letztlich nicht schaffte, den entscheidenden Treffer zu erzielen.
Ausgeglichen ging es auch im ersten Doppel des Abends zu, bei dem Andreas und Dieter, die zum vierten Mal als Duo an die Griffe schritten, eine 3:6-Niederlage und einen 6:3-Sieg verzeichneten und dabei alles zeigten, was sie ausmacht: gute Verteidigungsarbeit von Andreas, Bandenbestrafungen und Jets des „Unbepöbelbaren“ (O-Ton des abwesenden Kapitäns) – und hier und da etwas zu viel Hast und Eile im Mittelfeld, die zu unberechenbaren und letztlich schmerzhaften Ballverlusten führten.
Da sich die Gastgeberinnen gegen ein fünftes Doppel entschieden, folgten daraufhin zwei weitere Einzelbegegnungen. „Obi“ lieferte sich einen verbissenen Schlagabtausch mit Claudia, fand dabei nach konfliktreichen Regeldissonanzen gerade noch rechtzeitig zurück in die Fokussierung, um sich ein wichtiges 5:5 zu sichern.
Markus konnte im folgenden Einzel gegen Lena leider nie so recht ins Spiel finden, lag schnell durch eine Vielzahl präziser 3er-Schüsse von Lena mit 0:5 hinten und musste sich letztlich mit 1:6 geschlagen geben, sodass die Kellerkicker vor dem zweiten Doppel des Abends in Rückstand gerieten (5:7).
Diesen konnten Martin und Alex glücklicherweise noch vor der Halbzeitpause in ein 9:7 drehen. In ihrem Doppel gegen Claudia und Myrna lief vieles wie geschmiert – was nicht nur auf die schwitzigen Griffe zurückzuführen war, sondern auch auf eine allgemein sichtbare Kickerkompetenz, die in ein 6:3 und 6:2 mündete, womit das Doppel „ObiLex“ nunmehr 12 Siege aus 14 Sätzen zu verbuchen hat.
Spannung bis zum letzten Schuss, Happy End für die Kellerkicker!
Die zweite Halbzeit startete dieses Mal aus Sicht der Kellerkicker leider nicht mit zwei Goalie-Sätzen, da die Heimmannschaft sich gegen diese Variante entschieden hatte. Stattdessen musste zunächst Andreas ein unliebsames Einzel gegen die stark aufspielende Lena bestreiten, welches wenig liebenswert ausging – obgleich Andreas einige Gelegenheiten hatte, ein besseres Ergebnis zu erzielen (0:6).
Die „Vollmaschine“ konnte gegen Helena im Anschluss zumindest wieder einen Punkt für die Kellerkicker erkämpfen, obgleich es zu Beginn des Satzes sogar nach einem Sieg aussah, da Dieter, nach bester Art des „Knoops“, ein schnelles 3:0 erzwang. Das 5:5 fühlte sich letztlich trotzdem leistungsgerecht an und führte zum Zwischenstand von 10:10.
Die Kellerkicker-Hoffnungen lagen dann auf dem folgenden Doppel „MaMa“. Markus und Martin traten gegen Anja und die stark aufspielende Myrna an, kamen in ihren beiden Sätzen allerdings nicht über ein 5:5 und 4:6 hinaus – trotz guter Gelegenheiten, zumindest einen der beiden, wenn nicht sogar beide Sätze für sich zu entscheiden. Dabei konnten die schaulustigen St. Paulianer, die sich immer zahlreicher um den Ligaspieltisch versammelten, einige sehenswerte Treffer bestaunen – sowohl von der 2 als auch von der 3 – mit allerhand Bandenjets und Co.
Den daraus resultierenden Rückstand von 11:13 konnte Alex mit einem knappen und durchaus glücklichen 6:4 gegen Claudia ausgleichen – einer Partie, die durchzogen war von einer Vielzahl merkwürdig abprallender und umherhoppelnder Gurken.
Da Martin im folgenden Einzel, bei dem er von Myrna häufig auf der 5 sehr gut verteidigt werden konnte, nicht über ein 2:6 hinauskam, lastete großer Druck auf dem letzten Kellerkicker-Doppel des Abends, das zum ersten Mal in dieser Saison als Duo zum Einsatz kam.
Das Doppel „JoLex“ lieferte sich mit dem Doppel „HeLena“ einen äußerst spannenden und bisweilen sehenswerten Kickerschlagabtausch. Während der erste Satz äußerst souverän mit 6:2 an die Kellerkicker ging, war der letzte Satz der spannungsgeladene Höhepunkt des Abends. Beim Zwischenstand von 15:15 war klar: Das siegreiche Doppel konnte den Spieltagssieg erkickern – sodass die Kontrahent:innen höchstmotiviert ein letztes Mal an die Griffe traten.
Die Kellerkicker gingen schnell durch gezielte Jets von der 2 und der 3 in Führung, gerieten aber – bisweilen etwas unglücklich – in einen undankbaren 3:4-Rückstand. Erneut zeigte sich dann die wohltuende Wirkung einer erfrischenden Auszeit, in der „JoLex“ einen Plan ausheckte: noch 3 schießen, keins kriegen! Gesagt, getan. Als Alex gegen 22:54 Uhr Helena mit dem letzten Jet des Abends überwinden konnte, kannte die Kellerkicker-Freude keine Grenzen mehr, während die Gastgeberinnen von Sekt und Pöbeln sichtbar mit ihrer Enttäuschung kämpfen mussten.
Fazit:
An einem erinnerungswürdigen Abend – bei elektrisierender (Ver-)Stimmung, hitzigen Duellen und echter Auswärtsspielatmosphäre – beweisen die Kellerkicker, dass sie nichts so schnell aus der Ruhe bringt. Anders als in der Hinrunde konnten sie dieses Mal die beiden entscheidenden Sätze des letzten Doppels gewinnen und die Gegnerinnen in letzter Sekunde besiegen.
Mit dem sechsten Ligaspieltagssieg in Serie, dem neunten Spiel in Folge ohne Niederlage, bringen sich die Kellerkicker in eine hervorragende Ausgangsposition, um den Ligatitel am letzten Spieltag der Saison im heimischen Kickerkeller gegen den FC St. Pauli „Die Anfänger“ an den Richard-Linde-Weg zu holen. Ein Punkt gegen „Die Anfänger“ würde dafür bereits genügen.
