Landespokal · 2. Runde · Saison 2026/27

2. Runde Landespokal: Exorbitanter Schabernack

Exorbitanter Schabernack

vs.

Kellerkicker Bergedorf

  • Do, 29.10.2026, 20:00 Uhr
  • Landespokal

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Direkter Vergleich gegen Exorbitanter Schabernack

  • 2Spiele
  • 1–0–1S-U-N
  • 34:30Spielpunkte
  • 154:143Tore
  1. 06.02.26 21:11
  2. 01.07.26 19:13
Spielanalyse

Alte Bekannte, neue Kräfte: Kellerkicker vor schwerer Landespokalaufgabe gegen Schabernack

Landespokal 2026/27 | 2. Runde | Donnerstag, 29. Oktober 2026, 20 Uhr | Joy, Hamburg-Uhlenhorst

Es gibt Gegner, die möchte man einfach hinter sich lassen. Exorbitanter Schabernack gehört für die Kellerkicker Bergedorf eindeutig zu dieser Kategorie. Am Donnerstagabend treffen beide Mannschaften in der zweiten Runde des Hamburger Landespokals erneut aufeinander. Vieles erinnert an die vergangene Saison – und doch haben sich die Vorzeichen erheblich verändert.

Während Schabernack nach dem Abstieg aus der dritten Liga einen furiosen Neustart in Liga 4 hingelegt hat, reisen die Kellerkicker mit dem Aufwind des letzten Doppelspieltagssieges gegen die Southside Kickers nach Uhlenhorst. Die Partie könnte sich zu einem taktisch hochinteressanten Pokalabend entwickeln, ein „Klassenunterschied“ wird nicht zu erwarten sein. Dennoch,  die Vergangenheit zeigt: Unschlagbar ist Schabernack keineswegs.

Wiedersehen mit einem alten Rivalen

Die gemeinsame Geschichte beider Mannschaften reicht in die vergangene Drittligasaison zurück. Schabernack war 2024/25 aufgestiegen, musste sich aber bereits ein Jahr später wieder aus Liga 3 verabschieden – mit nur einem Punkt Rückstand auf die Kellerkicker.

Die beiden direkten Duelle verliefen bemerkenswert unterschiedlich. Im Februar 2026 feierten die Bergedorfer im heimischen Kickerkeller einen überzeugenden 21:11-Erfolg. Beim Rückspiel am 1. Juli schlug Schabernack zurück, obgleich ihr Abstieg dort bereits feststand. Im KIXX setzten sich die Exorbitanten mit 19:13 durch. Dabei zeigte sich bereits, wie unangenehm insbesondere Christoph Froese und Raphael Wendland sein können.

Die Bilanz der vergangenen Saison lautet somit: ein Sieg für jede Mannschaft, insgesamt 34:30 Sätze zugunsten der Kellerkicker.

Schabernack 2.0: Drei Abgänge, ein Neuzugang – und plötzlich Tabellenführer

Nach dem Abstieg schien zunächst fraglich, wie konkurrenzfähig Schabernack überhaupt bleiben würde. Mit Jonas Brinkmann, Sören Hüttemann und Lilli Kessel verließen drei wichtige Spielerinnen und Spieler die Mannschaft. Zwei von ihnen sind inzwischen sogar in der zweiten Liga aktiv. Dafür kam Stefan Gruel hinzu, der zuvor noch nicht im Ligabetrieb in Erscheinung getreten war.

Was zunächst nach einem personellen Aderlass aussah, entpuppte sich als bemerkenswerte Neuaufstellung.

Schabernack gewann sämtliche vier bisherigen Ligabegegnungen der Saison 2026/27 und führt seine Viertligastaffel mit einer beeindruckenden Satzbilanz von 100:28 an. Besonders beachtlich sind die deutlichen Siege gegen direkte Konkurrenten: FC St. Pauli Sekt und Pöbeln wurde mit 28:4 regelrecht überrollt, FC Joy (3.Liga Absteiger) mit 21:11 bezwungen.

Auch im Landespokal ließen die Exorbitanten nichts anbrennen. Gegen die ebenfalls aus der dritten Liga abgestiegene Buffplatzmafia TF gelang ein 20:12-Erfolg. Bemerkenswert: Die Buffplatzmafia ist in ihrer eigenen Viertligastaffel ebenfalls mit vier Siegen aus vier Spielen gestartet.

Schabernack ist also keineswegs eine durchschnittliche Viertligamannschaft. Vielmehr deutet alles darauf hin, dass die Mannschaft den unmittelbaren Wiederaufstieg anstrebt.

Sechs Spieler, beeindruckende Quoten

Ein Blick auf die aktuelle Einzelstatistik unterstreicht die starke Form des Gegners.

SpielerRang 2026/27Erfolgsquote
Christoph Froese1.87 %
Lennart Joshua David3.88 %
Michael Marcks2.76 %
Raphael Wendland6.81 %
Stefan Gruel9.77 %
Eva Marcks28.58 %

Die Zahlen sind beeindruckend, insbesondere im Vergleich zur vergangenen Saison. Christoph Froese steigerte sich von 46 auf 87 Prozent, Raphael Wendland von 45 auf 81 Prozent und Michael Marcks von 42 auf 76 Prozent.

Allerdings sind die bisherigen Quoten nach vier Spieltagen noch wenig aussagekräftig für einen direkten Leistungsvergleich mit höherklassigen Gegnern. Gerade gegen die Kellerkicker dürften einige dieser Zahlen einem ernsthaften Belastungstest unterzogen werden.

Der Gegner unter der Lupe: Was verraten die Aufstellungen?

Die Kellerkicker haben sich im Vorfeld intensiv mit den bisherigen Aufstellungen Schabernacks beschäftigt. Besonders interessant ist dabei die jüngste Entwicklung im Doppel.

Im Pokalspiel gegen Buffplatzmafia am 6. Oktober setzte Schabernack gleich mehrfach auf neue Kombinationen. Froese und Gruel gewannen ihre beiden gemeinsamen Sätze deutlich. Auch Gruel und Wendland blieben erfolgreich.

Nur eine Woche später, gegen St. Pauli Das Imperium kickt zurück, wurden beide Paarungen erneut aufgestellt – und gewannen wiederum sämtliche vier Sätze.

Daneben etablierte sich das Doppel Michael Marcks/Raphael Wendland als weitere feste Größe.

Die jüngste Ligaaufstellung liefert deshalb einen wichtigen Hinweis darauf, wie Schabernack auch gegen die Kellerkicker antreten könnte:

  • Froese/Gruel in den Sätzen 3 und 4
  • Michael Marcks/Wendland in den Sätzen 5 und 6
  • Eva Marcks/Froese in den Sätzen 7 und 8
  • Gruel/Wendland in den Sätzen 11 und 12

Besonders interessant wird die Besetzung der Schlussdoppel. Gegen St. Pauli stellte Schabernack zuletzt Eva und Michael Marcks gemeinsam auf – und verlor beide Sätze mit 1:6. Ob die Gastgeber dieses Experiment wiederholen, bleibt abzuwarten.

Eine weitere Unbekannte ist Lennart Joshua David, der am letzten Spieltag nicht zum Einsatz kam. Sollte er zurückkehren, könnte Schabernack seine Doppel erneut grundlegend verändern.

Vier Kellerkicker gegen eine Mannschaft in Bestform

Die Bergedorfer stehen vor einer Herausforderung, die beinahe schon zum Vereinsmotto passt: möglichst viel aus möglichst wenig machen.

Mit Andreas, Martin, Stefan und Alex stehen für die zweite Pokalrunde gerade einmal vier Spieler zur Verfügung. Die Möglichkeiten zur personellen Rotation sind damit praktisch nicht vorhanden. So oder so: gerade bei einem Pokalspiel kann die richtige Zuordnung von Einzelspielern und Doppelpaarungen entscheidend werden.

Die Frage lautet also nicht, ob die Kellerkicker auf jeder Position mithalten können. Die Frage lautet, an welchen Positionen sie ihre größten Chancen auf Satzgewinne haben.

Die taktische Rechnung: Stärken bündeln statt gleichmäßig verteilen

Sollte Schabernack seine Aufstellung aus der ersten Pokalrunde wiederholen, ergeben sich für die Kellerkicker einige interessante Möglichkeiten.

Besonders reizvoll erscheint ein erneutes Einzelduell zwischen Alex und Christoph Froese. Alex konnte den derzeitigen Spitzenreiter der Viertligastatistik bereits im Juli bezwingen. Zwar wäre es vermessen, daraus einen erneuten Erfolg abzuleiten, doch der direkte Vergleich liefert zumindest einen psychologischen Anknüpfungspunkt.

Martin könnte dagegen gegen Michael Marcks angesetzt werden. Dieser hat sich in der laufenden Saison erheblich gesteigert, zeigte in einzelnen Begegnungen aber durchaus Schwächen.

Für Stefan und Andreas wäre die Ausgangslage schwieriger. Ihre Aufgabe bestünde vor allem darin, gegen die starken Einzelspieler Schabernacks möglichst viele Punkte zu sichern und vielleicht den einen oder anderen Überraschungssatz zu gewinnen.

Noch wichtiger dürften allerdings die Doppel werden.

Die Kombination „ObiLex“ gehört seit Langem zu den erfolgversprechendsten Bergedorfer Formationen. Auch RollZahn hat bereits mehrfach bewiesen, dass sie gegen starke Gegner mithalten kann.

Eine denkbare Strategie wäre deshalb, beide Doppel gezielt gegen solche Schabernack-Paarungen einzusetzen, die zwar erfolgreich sind, aber noch nicht die Eingespieltheit langjähriger Stammdoppel besitzen.

Das wäre eine riskante Herangehensweise. Sie könnte jedoch genau jene Satzgewinne ermöglichen, die für eine Überraschung notwendig sind.

Der Faktor Leo Tournament

Gespielt wird im Joy am Winterhuder Weg, der Heimspielstätte von Schabernack. Dort stehen Leo-Tournament-Tische, sodass sich die Kellerkicker auf vertrautes Material einstellen können, allerdings bleibt abzuwarten, in welchem Zustand sich der Kneipenleo befindet. In der letzten Saison hieß es hinter vorgehaltener Hand durchaus, dass der Joy-Leo nicht durchweg drittligatauglich gewesen wäre.

Die Gastgeber haben natürlich den Vorteil, ihre Spielstätte und deren Besonderheiten bestens zu kennen.

Für die Kellerkicker wird es deshalb darauf ankommen, von Beginn an konzentriert aufzutreten. Gerade bei einer personell dünnen Besetzung können längere Schwächephasen kaum aufgefangen werden.

Ein früher Rückstand wäre zwar kein K.O., würde den ohnehin anspruchsvollen Matchplan aber erheblich erschweren.

Was muss passieren, damit die Kellerkicker weiterkommen?

Die Rechnung ist ebenso einfach wie anspruchsvoll: Die Kellerkicker müssen ihre starken Einzel und Doppel möglichst konsequent gewinnen und darüber hinaus mindestens einige Überraschungserfolge erzielen.

Besonders wichtig werden die Begegnungen mit Froese, David und Michael Marcks sowie die neu formierten Schabernack-Doppel.

Ein realistisches Erfolgsszenario könnte darin bestehen, dass Alex und Martin in ihren Einzeln mehrfach punkten, die stärksten Kellerkicker Doppel zusätzliche Sätze sichern und Stefan beziehungsweise Andreas mindestens einmal über sich hinauswachsen.

Das klingt nach einer Menge Voraussetzungen. Andererseits hat der Pokal seine eigenen Gesetzmäßigkeiten.

Schabernack geht angesichts der bisherigen Saisonergebnisse als Favorit in die Begegnung. Die Mannschaft ist eingespielt, befindet sich in hervorragender Form und besitzt mehrere Spieler mit beeindruckenden Erfolgsquoten.

Die Kellerkicker reisen dagegen mit einer Startvier an, die so zuvor noch nicht angetreten ist– aber auch mit der Erinnerung an einen 21:11-Sieg gegen denselben Gegner, mit der Erfahrung aus nunmehr drei Jahren Ligabetrieb und der Euphorie des ersten Landespokalspielsieges aus der letzten Partie.

Prognose: Außenseiter mit einer Rechnung offen

Auf dem Papier spricht einiges für Exorbitanter Schabernack. Die Gastgeber haben fünf Pflichtspiele in Folge gewonnen, verfügen über mehrere hervorragend aufgelegte Spieler und können auf den Heimvorteil bauen.

Doch die Kellerkicker haben bereits gezeigt, dass sie Schabernack schlagen können. Entscheidend wird sein, ob sie ihre begrenzten personellen Ressourcen optimal einsetzen und die erwarteten engen Begegnungen auf ihre Seite ziehen.

Ein deutlicher Sieg der Kellerkicker wäre eine Überraschung. Ein enges Pokalspiel dagegen keineswegs ausgeschlossen.

Und falls die Kellerkicker tatsächlich in die nächste Runde einziehen sollten, wäre es vielleicht einer jener Abende, an die man sich im Kickerkeller noch lange erinnert.

Vier Kellerkicker. Sechzehn Sätze. Ein Ziel: Weiterkommen.