Nach dem Spiel
Spielbericht
Chancenlos beim Aufstiegsaspiranten – Kellerkicker in der Kickerkabine unterlegen
TFVHH Liga 3c · 13. Spieltag
Roter Stern Kickers I – Kellerkicker Bergedorf
Endstand: 23:9 (83:60)
Ungewohnte Bühne, bekannte Rollenverteilung
Die Vorzeichen waren klar: Gegen einen der Aufstiegsfavoriten rechneten sich die Kellerkicker nur Außenseiterchancen aus – und selbst diese sollten sich an diesem Abend kaum materialisieren.
Gespielt wurde nicht wie angesetzt im Juki 42, sondern in der charmant eingerichteten „Kickerkabine“ – eine Ausweichlocation, die aufgrund eines Schädlingsbefalls notwendig wurde. Ein besonderer Rahmen, der jedoch nichts daran änderte, dass sich früh ein Klassenunterschied abzeichnete.
Schwieriger Start – Roter Stern sofort tonangebend
Bereits die ersten beiden Einzel gaben die Richtung vor. Markus hatte gegen Benjamin beim 2:6 nur wenig entgegenzusetzen, während Stefan gegen Philip beim 4:6 zumindest an einem Punktgewinn schnupperte und mit einigen sehenswerten Offensivaktionen Akzente setzte.
Mit dem „Doppel Z“ sollte anschließend ein erster Punktimpuls folgen – doch anders als in den vergangenen Wochen wollte die Erfolgsformel diesmal nicht greifen. Gegen Malte und Benjamin gerieten Luca und Alex früh unter Druck, verloren den ersten Satz deutlich mit 3:6 und konnten im zweiten Durchgang beim 5:5 zumindest den ersten Punkt des Abends sichern – auch wenn hier durchaus mehr drin gewesen wäre.
Einzel bleiben Problemzone
In den folgenden Einzeln zeigte sich erneut das zentrale Problem des Abends: die fehlende Durchschlagskraft im direkten Duell Mann gegen Mann.
Alex musste sich Nick knapp mit 4:6 geschlagen geben, wobei vor allem Nicks starke Mittelreihe den Unterschied machte. Besser lief es anschließend für Luca, der gegen Benjamin mit einem 6:4 den ersten Satzsieg für die Kellerkicker einfahren konnte – dank präziser Abschlüsse von der Zwei und Drei.
Doch auch dieser Lichtblick änderte wenig am Gesamtbild: Beim Zwischenstand von 3:9 war bereits früh klar, dass es ein schwerer Abend werden würde.
Im letzten Doppel vor der Halbzeit trafen Stefan und Markus auf Nick und Malte. Beim 3:6 und 4:6 fehlte besonders im zweiten Satz nicht viel zu einem Punktgewinn, doch Unkonzentriertheiten und die gnadenlose Effizienz der Gastgeber verhinderten Zählbares.
So ging es mit einem deutlichen 3:13-Rückstand in die Pause – eine Hypothek, die gegen ein Team dieser Qualität kaum aufzuholen war.
Frühe Entscheidung nach der Halbzeit
Die zweite Hälfte begann, wie die erste geendet hatte. Markus (2:6 gegen Alexander) und Stefan (2:6 gegen Malte) fanden weiterhin keine Mittel gegen die spielerische Überlegenheit der Roten Sterne.
Präziser, schneller, variabler – in nahezu allen Belangen waren die Gastgeber überlegen. Bereits nach dem zehnten Segment war die Partie entschieden (3:17) – so früh hatten die Kellerkicker in dieser Saison noch keine Begegnung aus der Hand geben müssen.
Kurzes Aufbäumen – und einzelne Lichtblicke
Ein kleiner Hoffnungsschimmer keimte im anschließenden Doppel auf. Stefan und Alex zeigten gegen Benjamin und Philipp eine starke Leistung, gewannen den ersten Satz souverän mit 6:1 und erkämpften sich im zweiten ein 5:5.
Stefan überzeugte dabei mit stabiler Defensive und Treffern von der Zwei, während Alex mit variabler Offensive und gutem Stellungsspiel im Mittelfeld glänzte. Am deutlichen Zwischenstand (6:18) änderte das jedoch nur kosmetisch etwas.
Im darauffolgenden Einzel musste sich Alex seinem Namensvetter Alexander klar mit 1:6 geschlagen geben – eine Demonstration der Qualität des Gegners, der aus nahezu allen Lagen traf.
Besser lief es für Luca, der gegen Nick ein respektables 5:5 erspielte und damit zumindest noch einmal seine individuelle Klasse aufblitzen ließ.
Versöhnlicher Abschluss, klares Ergebnis
Im abschließenden Doppel konnten Markus und Luca noch einen kleinen Schlusspunkt setzen. Mit einem 6:3 im ersten Satz zeigten sie, was an diesem Abend möglich gewesen wäre, ehe im zweiten Satz beim 2:6 wieder die Realität zuschlug.
Das Endergebnis von 9:23 fiel am Ende etwas freundlicher aus als zwischenzeitlich befürchtet – war jedoch absolut leistungsgerecht.
Fazit
Die Kellerkicker bekommen gegen den zweitligaerfahrenen Aufstiegsaspiranten ihre Grenzen klar aufgezeigt. Vor allem in den Einzeln fehlten die Mittel, um dem hohen Niveau der Gastgeber dauerhaft Paroli zu bieten.
Nach dem vergleichsweise knappen Hinspiel (13:19) hatte man sich mehr erhofft – doch diesmal ließ Roter Stern keine Zweifel aufkommen.
Nun richtet sich der Blick nach vorne: Im kommenden Heimspiel gegen die „Boltens“, die ebenfalls auf die Aufstiegsplätze schielen, bietet sich die Chance zur Wiedergutmachung. Nach der deutlichen 8:24-Hinspielniederlage dürfte die Motivation hoch sein – allerdings wird es dafür eine klare Leistungssteigerung brauchen.
