4. Spieltag · 3. Liga D
Southside Kickers – Kellerkicker Bergedorf 6:26 (59:90)
1. Runde · Landespokal
Southside Kickers – Kellerkicker Bergedorf 7:25 (57:89)
Es gibt Abende, an denen man hinterher nicht so genau weiß, ob man gerade einen Ligaspieltag, einen Pokalabend oder eine mittelschwere Ausdauerprüfung absolviert hat. Für die Kellerkicker war der 6. Oktober ein bisschen von allem – und vor allem: historisch erfolgreich.
Dabei begann der Abend mit einer Hiobsbotschaft: Dieter, die Vollmaschine, musste kurzfristig passen. Damit reisten die Kellerkicker mit gerade einmal vier Spielern nach Harburg. Dort warteten die Southside Kickers gleich zweimal: in der 3. Liga und in der ersten Runde des Landespokals.
Weil sich der Beginn zudem von den ursprünglich geplanten 19 Uhr auf etwa 20 Uhr verschob, war schnell klar: es wartet ein hartes Stück Arbeit auf die Kellerkicker.
Es wurde parallel gespielt. Zwei Wettbewerbe, zwei Tische, vier Kellerkicker. Für einen zügigen Ablauf wurde selbst die eigentlich angedachte Satzchronologie bisweilen außer Kraft gesetzt, um bei Überschneidungen der Kickernden möglichst wenige „Leerstellen“ an den Tischen zu haben.
Was zunächst nach einer organisatorischen Herausforderung klang, entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Abende der Vereinsgeschichte.
Premiere im Sidekick – und gleich im Doppelpack
Für die Kellerkicker war es der erste Auftritt im Sidekick. Die Gastgeber, einer der beiden Aufsteiger zur neuen Saison, erwiesen sich als ausgesprochen freundlich, und trotz der sportlichen Bedeutung entwickelte sich eine angenehm launige Atmosphäre, die die eine oder andere intensive Emotionsregung hervorzuzaubern vermochte. Zwischen Liga, Pokal und den permanenten Wechseln zwischen beiden Tischen blieb der Spaß am Spiel nicht auf der Strecke.
Sportlich trafen die Kellerkicker auf eine sehr leistungsheterogene Mannschaft. Einige Begegnungen konnten sie mit ihrer größeren Erfahrung klar dominieren, andere stellten sie vor erheblich schwierigere Aufgaben.
Insbesondere Ingo, der bereits Erstligaerfahrung mitbringt, zeigte seine Klasse. Auch Jakob gehörte zu den stärksten Southsidern des Abends. Entsprechend waren nicht sämtliche Sätze so eindeutig, wie die beiden Gesamtergebnisse am Ende vermuten lassen.
Und dann war da noch ein Rückkehrer: Luca feierte nach vier Wochen Pause sein Comeback – und durfte sich gleich über zwei Mannschaftssiege freuen.
26:6 – und ein neuer Vereinsrekord
Nach dem 10:22 gegen die Fuchs AG, dem 11:21 gegen die St. Pauli Giganten und dem dramatischen 16:16 gegen Nen Rudel Gurken war gegen Southside klar: Im Kampf um den Klassenerhalt musste ein Sieg her.
Und die Kellerkicker ließen daran wenig Zweifel.
Schon die ersten beiden Einzel gaben die Richtung vor. Markus gewann 6:3, Alex 6:2. Alex und Luca holten anschließend einen Doppelsatz mit 6:4, Martin gewann sein Einzel ebenfalls 6:4 und Luca legte ein 6:3 nach.
Besonders eindrucksvoll wurde es mit ObiLex: Martin und Alex holten zunächst ein 5:5 und dominierten den zweiten Satz anschließend mit 6:1.
Auch in der zweiten Hälfte blieben die Kellerkicker souverän. Markus gewann sein zweites Einzel 6:2, Martin steuerte ein 5:5 bei. Danach holten Markus und Martin beide Doppelsätze, Luca spielte 5:5 und Alex teilte sich gegen den starken Ingo ebenfalls beim 5:5 die Punkte.
Den Deckel machten schließlich Markus und Comebacker Luca drauf: 6:3 und 6:4.
Das Ergebnis:
26:6. 90:59 Tore.
Nicht nur der erste Saisonsieg, sondern zugleich ein neuer Eintrag in die Vereinschronik: Das 26:6 ist der höchste Sieg der Kellerkicker in der 3. Liga.
Und nebenan lief ja noch der Pokal …
Normalerweise wäre das bereits ein ziemlich gelungener Auswärtsabend gewesen. Nur hatten die Kellerkicker noch eine weitere Aufgabe zu erledigen.
Landespokal.
Dieser Wettbewerb war seit Vereinsgründung ein hartnäckiger weißer Fleck in der Kellerkicker-Historie. Einen Pokalsieg hatte es schlicht noch nie gegeben.
Bis zu diesem Abend.
Auch hier erwischten die Kellerkicker den besseren Start. Luca gewann sein Einzel 6:3, Markus seines 6:2. Markus und Martin legten im Doppel mit 6:4 und 6:2 nach. Alex holte gegen Jakob ein 5:5.
Lediglich Martin musste sich dem starken Ingo knapp mit 4:6 geschlagen geben.
Danach wurde es wieder deutlich: Markus und Luca holten gegen Nicole und Rainer zunächst ein 5:5 und anschließend ein 6:4. Alex und Luca gewannen 6:2 und spielten danach 5:5.
Spätestens in der Schlussphase war die Sache entschieden. Alex gewann sein zweites Einzel 6:1, Luca seines 6:2, und ObiLex brachte mit 6:2 und 6:4 auch die letzten beiden Doppelsätze nach Hause.
25:7. 89:57 Tore.
Und damit war tatsächlich Vereinsgeschichte geschrieben:
Die Kellerkicker haben erstmals ein Landespokalspiel gewonnen.
Das Warten ist vorbei.
Vier Mann, zwei Tische – und kaum Schwächen
Was die Zahlen dieses Abends besonders macht: Nach Dieters kurzfristigem Ausfall waren Markus, Alex, Martin und Luca permanent gefordert. Zwei Wettbewerbe liefen parallel, ständig wurde zwischen den Tischen gewechselt, wirkliche Erholungspausen gab es kaum.
Und die persönlichen Gesamtbilanzen können sich sehen lassen:
Spieler
Liga
Pokal
Gesamt
Quote
Markus „Jofessor“
12/12
10/12
22/24
91,7 %
Martin „Obi“
10/12
9/12
19/24
79,2 %
Alex
8/12
10/12
18/24
75,0 %
Luca
9/12
8/12
17/24
70,8 %
Allen voran also der Jofessor. Markus spielte in der Liga einen perfekten Spieltag: zwölf von zwölf möglichen persönlichen Satzpunkten. Über beide Begegnungen hinweg kam er auf herausragende 22 von 24 Punkten.
Auch Obi lieferte mit 19 von 24 einen sehr starken Abend und war gerade im Doppel eine Bank. Alex kam auf 18 Punkte und blieb im Pokal mit 10 von 12 nahezu makellos.
Und Luca? Der meldete sich nach vier Wochen ohne Ligaspiel direkt mit 17 von 24 möglichen Punkten zurück. Angesichts der fehlenden Spielpraxis ein gelungenes Comeback.
Die beiden Siege waren trotz einiger enger Sätze letztlich ungefährdet.
Historischer Abend auch abseits der Tische
Eine weitere Premiere fand außerhalb des Sidekicks statt.
Erstmals konnten die Daheimgebliebenen den Spieltag über einen Liveticker auf der neuen Kellerkicker-Website verfolgen. Erst am 4. Oktober hatte die neue Vereinsseite das altehrwürdige Kellerkickerkompendium Padlet abgelöst.
Nach Jahren voller Tabellen, Bilder, Spielberichte und Vereinsgeschichte im Kompendium beginnt damit auch digital ein neues Kapitel.
Dass ausgerechnet der erste Live-Abend der neuen Website einen Doppelsieg, den höchsten Drittligasieg der Vereinsgeschichte und den historischen ersten Pokalerfolg dokumentieren durfte, hätte man kaum besser planen können.
Ein langer Abend, der sich gelohnt hat
Am Ende bleiben zwei Ergebnisse, die ziemlich eindeutig aussehen: 26:6 und 25:7.
Ganz so leicht, wie diese Zahlen suggerieren, war der Abend nicht. Der kurzfristige Ausfall von Dieter, nur vier verbliebene Spieler, zwei parallel laufende Wettbewerbe, permanente Wechsel zwischen den Tischen und ein deutlich späterer Start als geplant machten die Reise nach Harburg zu einem echten Kraftakt, der mit einem Schwerlasttransportstau erst ein mitternächtliches Ende fand.
Die freundlichen Gastgeber, die zumeist entspannte und launige Atmosphäre und zwei Mannschaften, die trotz der sportlichen Bedeutung sichtbar Spaß am Tisch hatten, machten den langen Abend zudem zu einem ausgesprochen angenehmen Auswärtsspiel.
Irgendwann spät am Abend konnten die Kellerkicker schließlich mit einer außergewöhnlichen Bilanz die Heimreise antreten:
Erster Saisonsieg. Höchster Drittligasieg der Vereinsgeschichte. Erster Pokalsieg der Vereinsgeschichte. Zwei Spiele. Zwei Siege. 51:13 Punkte. 179:116 Tore.
Kann man mal so machen.
Jetzt kommt der Spitzenreiter
Nun heißt es erst einmal: Pause.
Rund vier Wochen haben die Kellerkicker Zeit zur Regeneration und zum Training. Anschließend wartet im heimischen Kickerkeller eine Aufgabe von einem ganz anderen Kaliber.
Mit dem Kickerclub Lüneburg kommt der Spitzenreiter nach Bergedorf.
Nach dem ersten Punkt gegen die Gurken und dem Doppelerfolg gegen Southside zeigt die Formkurve der Kellerkicker inzwischen deutlich nach oben. Ob das reicht, um nach vier Wochen Pause auch den Tabellenführer zu ärgern, wird eine andere Geschichte.
Aber nach diesem Abend wissen die Kellerkicker zumindest wieder ziemlich genau, wie Gewinnen geht.
Sogar zweimal gleichzeitig.
