Saison 2026/27 · 2. Spieltag

2. Spieltag: FC St. Pauli Giganten

FC St. Pauli Giganten

21:11

Kellerkicker Bergedorf

Niederlage Tore 82:65

  • Mi, 09.09.2026, 19:00 Uhr
  • Kickerliga

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Spielanalyse

Spielanalyse: FC St. Pauli Giganten – Kellerkicker Bergedorf

2. Spieltag · 3. Liga D · Mittwoch, 09.09.2026 · 19:00 Uhr

Nach dem Fehlstart gegen die Fuchs AG wartet auf die Kellerkicker Bergedorf bereits am zweiten Spieltag eine Partie mit richtungsweisendem Charakter. Am Mittwoch geht es ins FC-St.-Pauli-Clubheim zu den Giganten – einem Aufsteiger, der auf den ersten Blick nach einem dankbareren Gegner aussieht als die routinierten Füchse.

Die „Alten Herren“ aus Bergedorf gegen die Junior:innen vom Millerntor.

Der Gegner: Aufsteiger – aber alles andere als Anfänger

Die Giganten spielen erst ihre zweite Saison im Hamburger Ligabetrieb. Ihre Premierensaison war dafür umso beeindruckender: In der 4. Liga C marschierte St. Pauli mit 13 Siegen, einem Unentschieden, keiner Niederlage und 27:1 Punkten direkt zur Meisterschaft und zum Aufstieg.

Allerdings hat die Mannschaft im Sommer Qualität verloren. Vor allem Joris Riechmann, mit 77 Prozent Erfolgsquote einer der stärksten Spieler der Aufstiegssaison, hat die Giganten verlassen und spielt inzwischen sogar in der 1. Liga.

Die verbliebenen Zahlen sind trotzdem beeindruckend. Emil von Kietzell kam in der vergangenen Saison auf 81 Prozent, Lasse Geiger auf 73 %, Lina Geiger auf 70 %, Dominik Irler auf 68 % und Tobias Aha auf 65 %. Joshua Hibbard und Fine Sanchez erreichten jeweils 59 Prozent, Levin Martin 49 Prozent.

Diese Zahlen entstanden zwar eine Liga tiefer. Von einem unerfahrenen Aufsteiger zu sprechen, wäre trotzdem falsch.

Junior:innen statt Liga-Neulinge

Denn ein großer Teil des Kaders sammelt zusätzlich Erfahrung auf nationaler Ebene.

Lina Geiger, Fine Sanchez, Lasse Geiger, Joshua Hibbard, Dominik Irler und Levin Martin traten für den FC St. Pauli in der Junioren-Bundesliga an – verteilt auf die beiden Mannschaften St. Pauli und St. Pauli Youngstars.

Die Giganten sind jung und neu in Liga 3 – aber nicht wettkampfunerfahren. Ein großer Teil der Mannschaft spielt zusätzlich auf überregionaler Ebene. Technische Ausbildung, Turniererfahrung und die Gewöhnung an Drucksituationen dürften entsprechend vorhanden sein.

Der erste Dämpfer: 13:19 gegen Partisan

Dass der Durchmarsch aus Liga 4 nicht einfach weitergeht, zeigte bereits der erste Spieltag. Gegen Partisan Pinshot verloren die Giganten zu Hause 13:19 bei 69:81 Toren.

Das Ergebnis sieht allerdings deutlicher aus, als die Begegnung tatsächlich war. Sechs der 16 Sätze endeten 5:5. St. Pauli gewann vier Sätze, spielte sechsmal remis und verlor sechs.

St. Pauli verlor das Spiel gegen Partisan nicht im Doppel, sondern im Einzel.

Und genau das macht die Partie aus Kellerkicker-Sicht besonders interessant.

Ausgerechnet die Einzel

Denn auch Bergedorfs 10:22 gegen Fuchs AG wurde wesentlich in den Einzeln entschieden.

Am Mittwoch treffen deshalb zwei Mannschaften mit einem sehr ähnlichen Auftrag aufeinander:

Wer bekommt seine Einzel in den Griff?

Der Matchplan für Bergedorf

Die Zahlen legen eine ziemlich klare Strategie nahe.

1. Die Einzel müssen diesmal Punkte bringen

Ein erneutes 2:10 aus sechs Einzelsätzen dürfte kaum zu kompensieren sein.

6:6 sollte das Minimalziel sein.

Gelingt Bergedorf ein 7:5 oder sogar 8:4, sieht die gesamte Begegnung plötzlich sehr gut aus. Partisan hat gezeigt, dass man St. Pauli nicht in den Doppeln dominieren muss, um die Partie zu gewinnen.

2. Im Doppel nicht nervös werden

Die Giganten spielten gegen Partisan fünf ihrer Doppelsätze 5:5.

Das spricht für eine Mannschaft, die schwer abzuschütteln ist, aber eben auch nicht jeden engen Satz gewinnt.

3. Nicht vom Alter täuschen lassen

Vielleicht ist das sogar der wichtigste psychologische Punkt.

Das sind keine Kids, gegen die die Kellerkicker automatisch einen Vorteil haben. Wer am Wochenende zuvor Junioren-Bundesliga gespielt hat, wird sich von einem engen Ligaspiel am Mittwoch kaum beeindrucken lassen.

Andersherum gilt aber genauso: Bundesliga-Erfahrung im Nachwuchsbereich macht die Giganten nicht automatisch zu einem Spitzenteam der 3. Liga. Das 13:19 gegen Partisan hat gezeigt, dass die Umstellung auf dieses Niveau durchaus Probleme bereitet.

Zwei Generationen, ein Ziel

Damit bekommt die Begegnung einen Charakter, den man vor Saisonbeginn kaum besser hätte schreiben können.

Auf der einen Seite stehen die Kellerkicker, deren Stärke eher aus Erfahrung, gewachsenen Doppeln und inzwischen mehreren Jahren Ligabetrieb kommt.

Auf der anderen Seite die Giganten, deren Kern aus jungen Spieler:innen besteht, die teilweise bereits auf Bundesebene antreten und technisch entsprechend ausgebildet sind.

Oder etwas weniger diplomatisch:

Alte Herren gegen Junior:innen.

Und beide stehen nach dem ersten Spieltag bei 0 Punkten.

Für St. Pauli wäre eine zweite Heimniederlage nach dem Aufstieg ein kleiner Fehlstart. Für Bergedorf würde ein 0:4-Punkte-Start bedeuten, dass bereits früh Druck im Kampf um den Klassenerhalt entsteht.

Das macht aus einem gewöhnlichen zweiten Spieltag ein Vier-Punkte-Spiel.

Einschätzung

St. Pauli bleibt leichter Favorit. Der Heimvorteil, die Qualität der jungen Spieler:innen und die zusätzliche Wettkampferfahrung sprechen für die Giganten. Dass im Clubheim auf einem Leonhart Pro Tournament gespielt wird, dürfte den Kellerkickern als Leonhart-Team allerdings entgegenkommen.

Gleichzeitig hat der erste Spieltag gezeigt, dass der Gegner verwundbar ist. Ein 13:19 gegen Partisan ist etwas völlig anderes als die Dominanz der vergangenen Saison in Liga 4.

Realistischer Korridor: 14:18 bis 18:14.

Ein Punkt wäre wichtig. Zwei wären richtig stark.

Und nach dem 10:22 gegen Fuchs gilt für die Kellerkicker diesmal:

Gegen die Fuchs AG durfte man verlieren. Gegen die Giganten sollte man punkten.

Denn wenn die Kellerkicker am Ende der Saison die Klasse halten, sind es wahrscheinlich genau solche Spiele, in denen die entscheidenden Punkte geholt wurden.

Nach dem Spiel

Spielbericht

Kellerkicker chancenlos gegen Aufsteiger – die Giganten eine Nummer zu groß

2. Spieltag · 3. Liga D, 09.09.26, FC St.Pauli Clubheim
FC St. Pauli Giganten – Kellerkicker Bergedorf 21:11 (82:65)

Der Fehlstart ist perfekt. Auch im zweiten Saisonspiel blieben die Kellerkicker Bergedorf ohne Punktgewinn. Beim Aufsteiger FC St. Pauli Giganten setzte es eine deutliche 11:21-Niederlage. Dabei sah es zur Halbzeit noch gar nicht so schlecht aus. Mit 6:10 lagen die Kellerkicker in Schlagdistanz – in der zweiten Hälfte aber zogen die jungen St. Paulianer davon.

Das vor der Partie ausgerufene Duell „Alte Herren gegen Junior:innen“ ging damit ziemlich eindeutig an die Jugend. Vor allem in den Doppeln waren die Giganten an diesem Abend tatsächlich eine Nummer zu groß.

Dominik beeindruckt – Alex startet stark

Schon im ersten Satz zeigte sich, was die Kellerkicker an diesem Abend erwarten würde. Dominik Irler ließ Markus beim 6:2 kaum eine Chance. Mit seiner Ballsicherheit und seinen Fähigkeiten auf der Fünfer- und Dreierreihe beeindruckte er nicht nur den „Jofessor“ und wurde zum prägenden Spieler auf Seiten der Giganten.

Alex sorgte anschließend für die erste Bergedorfer Antwort. Gegen Lasse gewann er sein Einzel überzeugend mit 6:3 und holte damit den ersten Satz des Abends.

In den folgenden Doppeln zeigte sich dann allerdings bereits das spätere Grundproblem. Stefan und Alex teilten sich gegen Dominik und Joshua die Punkte: auf ein 3:6 folgte ein deutliches 6:1. Dieter und Markus blieben gegen Lasse und Tobias dagegen beim 3:6 und 4:6 ohne Satzgewinn.

Auch Luca und Alex kamen gegen Dominik und Levin auf eine ausgeglichene Bilanz. Dem 6:3 folgte ein 3:6. Damit stand zur Halbzeit ein 6:10 auf dem Spielbogen. Kein gutes Ergebnis – aber eines, aus dem noch etwas zu machen gewesen wäre.

Die Einzel halten – die Doppel brechen weg

Bemerkenswert: Anders als bei der 10:22-Auftaktniederlage gegen die Fuchs AG waren die Einzel diesmal nicht das Problem.

Markus erwischte gegen Joshua zunächst keinen optimalen Start, kämpfte sich aber in die Partie und holte den Satz noch mit 6:4. Alex bekam es ein zweites Mal mit Lasse zu tun. Nach seinem 6:3 in der ersten Hälfte entwickelte sich diesmal ein deutlich härterer Kampf, den der St. Paulianer schließlich knapp mit 6:4 für sich entschied.

Luca spielte seine beiden Einzel gegen Fine – und erlebte dabei zwei durchaus kuriose Sätze. Beide endeten 5:5, stellenweise mit Toren, bei denen vermutlich beide Seiten nicht ganz sicher waren, wie der Ball eigentlich im Tor gelandet war. Gleichzeitig war Luca die fehlende Tischpraxis anzumerken. Wer derzeit nur selten an den Griffen stehen kann, dem fehlt in den entscheidenden Situationen zwangsläufig etwas Sicherheit.

Unterm Strich waren die Einzel damit vollkommen ausgeglichen: 6:6 Punkte. Nach dem 2:10 aus den Einzeln gegen die Fuchs AG also eine deutliche Verbesserung.

1:7 – die zweite Doppelhälfte entscheidet den Abend

Das Problem lag diesmal woanders.

Bereits in der ersten Hälfte hatten die Kellerkicker aus den sechs Doppelsätzen lediglich vier Punkte geholt. Nach der Pause wurde die Ausbeute dann noch deutlich schlechter.

Dieter und Stefan gelang gegen Fine und Levin beim 5:5 noch der einzige Punktgewinn der zweiten Doppelhälfte. Ansonsten gingen sämtliche Sätze an St. Pauli. Am Ende stand aus diesen vier Doppeln ein ernüchterndes 1:7.

Damit ergibt sich ein ziemlich eindeutiges Bild: Die Einzel endeten 6:6, die Doppel 5:15. Genau dort wurde der Spieltag verloren.

Und das ist insofern bemerkenswert, als beim Saisonauftakt noch das genaue Gegenteil gegolten hatte. Gegen die Fuchs AG waren es vor allem die Einzel gewesen, in denen die Kellerkicker deutlich unterlegen waren. Gegen die Giganten funktionierten diese wesentlich besser – dafür brachen die Doppel weg.

Das bekannte Problem bekommt einen neuen Anstrich

So unterschiedlich beide Niederlagen zustande kamen, die Ursachen ähnelten sich. Den Kellerkickern fehlten gegenüber ihren Gegnern erneut Präzision, Klarheit, technische Sicherheit und Überzeugung in den entscheidenden Situationen.

Die Giganten spielten keineswegs fehlerfrei. Aber wenn sich Möglichkeiten ergaben, nutzten sie diese häufiger. Gerade in den Doppeln gelang es den Kellerkickern zu selten, Ballbesitz auf der Fünf kontrolliert nach vorne zu bringen und anschließend auf der Drei konsequent abzuschließen.

Nach zwei Spieltagen stehen damit zwei deutliche Niederlagen zu Buche: 10:22 gegen die Fuchs AG, nun 11:21 gegen die Giganten. Dass beide Spiele gegen starke Gegner verloren gingen, ist kein Grund zur Panik, allerdings schon ein Hinweis darauf, dass noch einiges an Arbeit wartet.

Viel Zeit bleibt dafür nicht.

Am 25. September kommt mit „Nen Rudel Gurken“ ein echtes Hamburger TFVHH-Traditionsteam in den heimischen Kickerkeller. Einfacher dürfte es dort kaum werden.

Nach zwei Niederlagen zum Auftakt braucht es nun eine klare Leistungssteigerung. Denn so früh die Saison auch noch ist: Der Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen sollte besser nicht allzu groß werden, möchten die Kellerkicker auch in dieser Saison die Klasse halten.