Nach dem Spiel
Spielbericht
„Schade Scheiße“ Teil 2 – Shooting Stars entführen wichtige Punkte aus dem Kickerkeller
TFVHH Liga 3c · 16. Spieltag
Kellerkicker Bergedorf – FC St. Pauli Shooting Stars
05.06.2026 · Kickerkeller RLW
Endstand: 12:20 (63:79)
Verdiente Niederlage im letzten Saisonheimspiel
Das letzte Heimspiel der Saison hatte für die Kellerkicker große Bedeutung. Im Abstiegskampf zählte jeder Punkt, und gegen die zweitplatzierten FC St. Pauli Shooting Stars sollte möglichst eine Überraschung gelingen. Nach einer ersten Hälfte auf Augenhöhe (7:9) schien dies zeitweise sogar realistisch.
Am Ende setzte sich jedoch die größere Erfahrung und Konstanz der Gäste durch. Die Shooting Stars agierten über die gesamte Spielzeit klarer, produzierten nur wenige unforced Errors und bestraften nahezu jeden Kellerkickerfehler konsequent. Besonders die Einzelsätze machten letztlich den Unterschied. Von sechs Einzeln konnten die Kellerkicker lediglich eines gewinnen.
Dabei fehlte insgesamt gar nicht viel. Einige verschossene Jets hier, ein gehaltenes Gegentor dort – und die Partie hätte durchaus einen anderen Verlauf nehmen können.
Vollmaschinen-Comeback sorgt für Aufsehen
Die schönste Geschichte des Abends schrieb bereits vor dem Anpfiff Dieter.
Die „Vollmaschine“, der „Rückrundenknoop“, stand erstmals seit über einem halben Jahr wieder in einem Drittligaspiel an den Griffen. Sein letzter Einsatz datierte noch aus dem Ligapokal gegen FC St. Pauli LMB. Entsprechend groß war die Freude über sein Comeback – und Dieter sollte mit starken Leistungen zeigen, dass er nichts von seiner Offensivqualität eingebüßt hat.
Schwieriger Start in die Partie
Den Auftakt machte Luca gegen Tobias. Zunächst lief alles nach Plan. Ein perfekt herausgespielter Angriff und ein sauber verwandelter Jet brachten die frühe Führung. Auch das 2:0 gelang durch einen sehenswert gezogenen Jet.
Dann begann der Satz jedoch zu kippen.
Lockere Tischbeine, eine zwischenzeitliche Schraubpause und vor allem das starke Stellungsspiel von Tobias erschwerten Lucas gewohntes Aufbauspiel. Immer häufiger blieb der Ball in den eigenen Reihen hängen. Ein unglückliches Eigentor zum 2:5 und mehrere vergebene Jetgelegenheiten sorgten schließlich für die 3:6-Niederlage.
Auch Alex erwischte gegen Hendrik keinen guten Start. Gleich mehrere Pinshot-Gelegenheiten verfehlten knapp ihr Ziel. Hendrik hingegen nutzte nahezu jede Chance und zog schnell auf 5:1 davon. Trotz eines Timeouts und Defensivcoachings durch Obi kam Alex nie richtig ins Spiel und musste sich deutlich mit 2:6 geschlagen geben.
Die Vollmaschine meldet sich zurück
Im ersten Doppel des Abends sorgten Dieter und Markus gegen Zina und Stefan für den ersten Kellerkickerjubel.
Dieter zeigte sofort, warum sein Spitzname nicht zufällig gewählt wurde. Schräger Fünferreihentreffer, Jetabstauber, präzise Jets – die Vollmaschine war direkt auf Betriebstemperatur. Unterstützt von mehreren Glanzparaden des Jofessors gewann das Duo den ersten Satz mit 6:4.
Besonders sehenswert war der Siegtreffer: Markus versenkte eine wunderschöne Jetbande mit der linken Zwei zum umjubelten 6:4.
Im zweiten Satz gelang es allerdings nicht, an diese Leistung anzuknüpfen. Eigentore, knappe Fehlversuche und die zunehmende Pinshot-Stärke der Gäste führten zu einem 2:6.
Doppel Z hält die Kellerkicker im Spiel
Danach trat das „Doppel Z“ gegen Tobias und Sharon an.
Alex zeigte sich offensiv stark. Mehrere präzise Jetzieher, ein starker Pass von Luca und einige schnelle Abschlüsse sorgten im ersten Satz für eine zwischenzeitliche 5:3-Führung. Doch Tobias bewies enorme Abschlussstärke und rettete den Gästen noch ein 5:5 mit vielen schwer antizipierbaren Schüssen von der 2.
Im zweiten Satz lief es besser. Das Kellerkicker-Duo kombinierte sehenswert, Luca glänzte mit starken Pässen, Alex verwandelte sicher, nach einem Positionswechsel genau umgekehrt, und das 6:3 brachte die Gastgeber wieder näher heran.
Auch Dieter und Martin überzeugten anschließend gegen Hendrik und André. Dieter traf mit sehenswerten Ziehern, Obi glänzte defensiv und steuerte selbst wichtige Treffer bei. Das verdiente 6:4 sorgte für weitere Hoffnung.
Der zweite Satz entwickelte sich anschließend zu einem kuriosen Duell zwischen Obi und Hendriks schrägen Schiebern. Es dauerte 4 Minuten (!) bis zum ersten Tor des Satzes, doch dann hatte Hendrik Obi gelesen: viermal hintereinander fand er dieselbe Lücke. Trotz mehrerer sehenswerter Jetbanden von Martin ging der Satz mit 3:6 verloren, auch deshalb, weil Dieter im Mittelfeld keinen Zugriff mehr bekam.
Zur Halbzeit stand es denkbar knapp 7:9.
Verlorene Goalies bringen die Kellerkicker unter Druck
Nach der Pause begann die entscheidende Phase des Abends.
Dieter traf im Goalie auf Stefan. Leider fand die Vollmaschine nie zu ihrer gewohnten Sicherheit. Mehrere Schüsse verfehlten ihr Ziel, ein Eigentor kam hinzu und Stefan nutzte die sich bietenden Chancen konsequent. Dieters starke Bandenschüsse reichten letztlich nicht aus. Das Ergebnis: 3:6.
Auch Obi musste sich André mit 4:6 geschlagen geben. Dabei lag ein Punktgewinn durchaus in Reichweite. Zu viele vergebene Chancen verhinderten jedoch das Unentschieden.
Aus dem knappen 7:9 wurde plötzlich ein 7:13.
ObiLex hält die Hoffnung am Leben
Unter Zugzwang lieferten Martin und Alex anschließend eine starke Antwort.
Gegen Zina und Sharon dominierte das Duo den ersten Satz nahezu vollständig. Saubere Pässe, starke Jets und eine stabile Defensive führten zu einem souveränen 6:2.
Im zweiten Satz lief dagegen vieles gegen die Kellerkicker. Zwei verschossene Jets, ein Glückstreffer, mehrere Gurkentore und starke Paraden von Sharon sorgten für ein schnelles 0:5. Das 2:6 bedeutete den Zwischenstand von 9:15.
Die Luft wurde dünn, die Laune trüb.
Das entscheidende Einzel
Der wohl wichtigste Satz des Abends folgte wenig später.
Luca traf auf Stefan und hätte die Kellerkicker noch einmal heranbringen können. Die Chancen dazu waren reichlich vorhanden. Luca erspielte sich zahlreiche Jetgelegenheiten, ließ jedoch zu viele davon ungenutzt.
Stefan hingegen benötigte seine Sturmreihe kaum. Immer wieder fand er von der Zwei die entscheidenden Lücken. So verwandelte sich eine Partie, die durchaus zugunsten der Kellerkicker hätte ausgehen können, in eine 3:6-Niederlage.
Mit dem Zwischenstand von 9:17 stand die Heimniederlage fest.
Versöhnlicher Abschluss
Alex sorgte gegen Zina im Anschluss noch einmal für einen kleinen Lichtblick. Beim 6:2 gelang nahezu alles: Tick-Tack, Jet, Bande und sogar ein kurioses Tor, bei dem ein gegnerischer Bandenabpraller mit dem reflexartigen Einsatz des eigenen Torwarts direkt ins gegnerische Tor geklärt wurde.
Das abschließende Doppel von Markus und Luca gegen Tobias und Hendrik zeigte noch einmal die Qualität der Gäste. Tobias und Hendrik, beide parallel in der 3. Herrenbundesliga für Kickers Halstenbek aktiv, gewannen den ersten Satz deutlich mit 6:1, verwandelten ihre Jets dabei schnörkellos und behielten im Mittelfeld durchgehend die Oberhand.
Im letzten Satz entwickelte sich dagegen ein spektakulärer Schlagabtausch. Fast jeder Schuss wurde zum Treffer. Glanzparaden, Bandenhoppler und mehrere schöne Jets sorgten für einen unterhaltsamen Abschluss. Das 5:5 fühlte sich zumindest etwas versöhnlicher an.
Fazit
Die Kellerkicker verlieren ihr letztes Saisonheimspiel 2025/26 verdient mit 12:20. Gegen die zweitligaerfahrenen Shooting Stars fehlte es an Klarheit, Konsequenz und der berühmten Prise Glück.
Besonders die Einzelsätze machten den Unterschied. Während Dieter ein gelungenes Comeback feierte und die Doppel phasenweise überzeugen konnten, blieben insgesamt zu viele Satzsiegchancen ungenutzt.
Die Spannung im Abstiegskampf bleibt damit erhalten. Sollte Exorbitanter Schabernack in der kommenden Woche gegen Partisan Pinshot punkten, könnte das Saisonfinale noch einmal richtig dramatisch werden.
Bereits am kommenden Spieltag wartet mit den Fellow Unicorns im Kixx ein direkter Konkurrent um den Nichtabstieg. Dort müssen die Kellerkicker unbedingt punkten, um nicht doch noch gefährlich nah an die Abstiegsplätze zu geraten.
Der Juni bleibt also weiterhin heiß.
