Nach dem Spiel
Spielbericht
Kellerkicker gehen mit sechster Niederlage in Folge in die Sommerpause
TFVHH Liga 3c · 18. Spieltag
Exorbitanter Schabernack – Kellerkicker Bergedorf
Mittwoch, 01.07.2026 · 20:00 Uhr · KIXX
Endstand: 19:13 (80:70)
Schwache zweite Halbzeit kostet den möglichen Punktgewinn
Zum Glück für die Kellerkicker stand der Klassenerhalt bereits vor dem letzten Saisonspiel fest. So hatte das Duell gegen den Tabellennachbarn Exorbitanter Schabernack im bis auf den letzten Platz gefüllten KIXX vor allem statistische Bedeutung. Dennoch wollten die Kellerkicker zeigen, dass sie sich den Ligaverbleib verdient hatten und die Saison mit einem Erfolgserlebnis abschließen.
Über weite Strecken entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe. Vor allem in der ersten Halbzeit überzeugten die Bergedorfer mit zumeist konzentriertem Kickerhandwerk. Nach dem Seitenwechsel fehlten jedoch zunehmend Klarheit, Präzision und Konsequenz im Spielaufbau, sodass die sechste Niederlage in Folge nicht mehr verhindert werden konnte.
Im Vergleich zur Vorwoche gab es zwei Änderungen in der Startformation: Kapitän Rollo kehrte zurück ins Team und auch Luca rückte wieder in die Startfünf.
Kellerkicker legen vor
Ungewohnt eröffnete nicht der Jofessor den Abend, sondern Teamchef Alex. Gegen Christopher fand er nach kurzen Anfangsschwierigkeiten immer besser in die Partie. Zwar setzte Christopher mit einigen schönen Treffern von der Zwei erste Akzente, doch Alex stabilisierte seine Defensive zunehmend und brachte mit zielstrebigen Offensivaktionen einen verdienten 6:3-Erfolg nach Hause.
Luca bekam es anschließend mit dem stark aufspielenden Jonas zu tun. Vor allem dessen offensive Zweierreihe sorgte immer wieder für Gefahr und öffnete regelmäßig Lücken in Lucas Defensive. Beim 2:6 gelang es Züüüü nur selten, sein gewohnt ruhiges Aufbauspiel von der Zwei oder Fünf auf den Tisch zu bringen. Eine gewisse Anfangsnervosität war ihm anzumerken.
Chancen bleiben liegen
Im ersten Doppel des Abends traf „ObiLex“ auf Eva und Christopher. Martin und Alex haderten dabei vor allem mit ihrer Chancenverwertung und einer Reihe unnötiger Ballverluste im Spielaufbau. Dennoch sprang ein 5:5 und ein verdienter 6:4-Satzsieg heraus, wodurch die Kellerkicker erstmals mit 5:3 in Führung gingen.
Lange hielt dieser Vorsprung allerdings nicht. Stefan und Markus mussten sich anschließend Lilli und Jonas stellen und kamen nicht über ein 3:6 sowie ein 5:5 hinaus. Vor allem im ersten Satz fehlte es an klar herausgespielten Torchancen, während Jonas auf der Drei nahezu jeden Fehler der Kellerkicker konsequent bestrafte – trotz intensiver Verteidigungstänzchen des Kapitäns. Im zweiten Satz fand Markus endlich zu seiner Jetpower zurück, während Rollo von der Zwei zunehmend bessere Lösungen fand, um die gegnerischen Reihen zu durchbrechen. Der Zwischenstand lautete nun 6:6.
Den Abschluss der ersten Hälfte bildete schließlich das „Doppel Z“. Gegen Michael und Christoph blieben Luca und Alex zwar ungeschlagen, ärgerten sich aber über das 5:5 im zweiten Satz. Beim überzeugenden 6:3 funktionierte vieles von dem, was das Duo in dieser Saison ausgezeichnet hatte: sauberer Spielaufbau von der Zwei, ruhiges Passspiel über die Fünf und enorme Methodenvielfalt im Angriff. Im zweiten Satz verloren die Kellerkicker jedoch plötzlich die Kontrolle im Mittelfeld, während Christophs geschobene Jets immer präziser einschlugen.
So musste man sich letztlich sogar glücklich über das Remis zeigen. Mit einer 9:7-Führung ging es dennoch hoffnungsvoll in die Halbzeitpause.
Schabernack dreht die Partie
Leider konnten die Kellerkicker nach dem Seitenwechsel nicht mehr an ihre starke erste Halbzeit anknüpfen.
Luca musste sich Raphael deutlich mit 2:6 geschlagen geben. Immer wieder fing Raphael Lucas Aufbauversuche früh ab und setzte ihn dadurch dauerhaft unter Druck. Da nahezu jeder Jetangriff des Schabernackers den Weg ins Tor fand, war der Satz schneller entschieden, als den Kellerkickern lieb sein konnte.
Anschließend entwickelte sich zwischen Markus und Lilli erneut ein Kopf-an-Kopf-Duell. Der Jofessor brachte zahlreiche präzise Jets im gegnerischen Tor unter, doch am Ende gelang Lilli das entscheidende Tor mehr. Das knappe 4:6 bedeutete gleichzeitig den Führungswechsel zugunsten der Gastgeber.
Der Knackpunkt
Nun lagen alle Hoffnungen auf dem Doppel aus Kapitän Rollo und Obi.
Gegen Lilli und Raphael mussten sich die Kellerkicker jedoch zweimal denkbar knapp mit 4:6 geschlagen geben. Im ersten Satz waren es vor allem Lillis lange Zieher von der Zwei, die mit gleich drei Treffern den Unterschied machten. Im zweiten Satz fand Stefan endlich auch offensiv besser ins Spiel und traf unter anderem mit einem sehenswerten Schieber von der Zwei. Gleichzeitig misslangen Martin ausgerechnet in den entscheidenden Momenten einige Jetversuche, während Raphael seine Chancen eiskalt verwertete. Beide Niederlagen wären vermeidbar gewesen, gingen insgesamt aber in Ordnung.
Beim Zwischenstand von 9:15 war klar: Jeder weitere Satzverlust würde das Saisonfinale entscheiden.
Zu spät aufgebäumt
Martin traf anschließend auf Christoph, erwischte jedoch keinen guten Satz. Mehrere Unforced Errors gleich zu Beginn luden seinen Gegner förmlich zum Toreschießen ein. Das deutliche 2:6 spiegelte die Kräfteverhältnisse dieser Begegnung wider und besiegelte gleichzeitig beim Stand von 9:17 die Niederlage der Kellerkicker.
Im nur noch statistisch relevanten vorletzten Einzel bekam es Alex mit Raphael zu tun. Beide agierten mit offenem Visier. Raphael überzeugte erneut mit starken Treffern von der Zwei und führte zwischenzeitlich bereits 4:2. Alex biss sich jedoch eindrucksvoll zurück in die Partie und erzielte mehrere herrlich unorthodoxe Treffer zum verdienten 5:5. Gleichzeitig stellte der Teamchef sicher, den Spieltag ungeschlagen zu beenden und seine Spitzenposition in der Einzelspielerstatistik der Liga 3c nicht kampflos herzugeben.
Im abschließenden Doppel konnten Markus und Luca schließlich noch einmal befreit aufspielen. Gegen Michael und Raphael zeigte der Jofessor einige mustergültig berechnete Banden von der Zwei, während Züüüü seine ganze Spielfreude samt Bestrafungswillen entfaltete. Mit Jets, Kurblern, Quetschern und jeder Menge Kreativität erspielten sich die Kellerkicker einen verdienten 6:3-Satzsieg, ehe das abschließende 5:5 zumindest noch etwas Ergebniskosmetik betrieb. Das finale 13:19 fiel letztlich deutlicher aus, als es der tatsächliche Spielverlauf hergab.
Fazit
Die Kellerkicker verabschieden sich mit ihrer sechsten Niederlage in Folge in die Sommerpause. Auch wenn die Serie zum Saisonende schmerzt, darf sie den Blick auf die insgesamt starke Debütsaison in der 3. Liga nicht verstellen. Über weite Strecken bewiesen die Bergedorfer, dass sie auf diesem Niveau absolut konkurrenzfähig sind. Oft entschieden Kleinigkeiten, ob ein Spieltag in die eine oder andere Richtung kippte.
Nun gilt es, in den kommenden Wochen neue Energie zu tanken und weiter an den eigenen Kickerkompetenzen zu arbeiten. Denn eines hat die Premierensaison eindrucksvoll gezeigt: Liga 3 bleibt kein Kickerspaziergang. Mit etwas mehr Konstanz, Präzision und spielerischem Feinschliff dürfte es den Kellerkickern jedoch künftig deutlich häufiger gelingen, enge Partien auf ihre Seite zu ziehen. „Kellerassi geht voran!“
