Nach dem Spiel
Spielbericht
Punktgewinn im Gurken-Krimi – Kellerkicker belohnen sich in letzter Sekunde
3. Spieltag · 3. Liga D
Kellerkicker Bergedorf – Nen Rudel Gurken 16:16 (76:75)
Halbzeit: 6:10
Da ist er: der erste Punkt der Saison. Und natürlich machen es die Kellerkicker so kompliziert wie irgendwie möglich.
Nach zwei deutlichen Niederlagen zum Saisonauftakt erkämpften sich die Bergedorfer gegen das TFVHH-Traditionsteam Nen Rudel Gurken ein 16:16. Sechs der 16 Sätze endeten 5:5, vier weitere 6:4 beziehungsweise 4:6. Vor dem allerletzten Satz war klar: Nur ein Sieg würde den Kellerkickern noch das Unentschieden retten.
Dabei begann der Abend bereits etwas… gurkig. Die Gäste reisten verspätet an, sodass erst gegen 19:30 Uhr angepfiffen werden konnte.
Jofessor angeschlagen, Teamchef mit Comeback-Qualitäten
Den Auftakt machte der leicht angeschlagene Jofessor gegen Sven. Nach einem schrägen Treffer von der Fünf zum 1:1 brachte ihn ein Eigentor früh ins Hintertreffen. Zwei schöne Jets hielten Markus im Spiel, beim Stand von 3:4 lag sogar der Ausgleich auf der Zwei – doch der Schieber wurde noch von der Linie gekratzt. Danach machten eine sehenswerte Bande und ein gerader Jet das 3:6 perfekt.
Alex bekam es anschließend mit Lenard zu tun – und lag schnell 0:2 und später 2:5 zurück. Lenard zeigte dabei eine starke Offensive samt Trickshot-Finesse. Der Teamchef nahm das Timeout, sortierte sich und arbeitete sich zurück. Ein schneller Treffer von der Fünf, ein Abstauber – und schließlich der Jet zum 5:5. Der erste kleine Kraftakt des Abends.
Rollo und Alex drehen auf
Im ersten Doppel gingen Kapitän Rollo und Teamchef Alex gegen Karen und Sven zunächst durch einige ausgesprochen unglückliche Gegentreffer mit 1:4 unter. Nach dem Timeout wurde das Spiel variabler und plötzlich stand es 4:4.
Beim 4:5 drohte dennoch die Niederlage. Dann parierte Rollo die letzte Chance der Gurken und setzte auf der Gegenseite selbst den fulminanten Schlusspunkt: kurze 2er-Bande über rechts, 5:5.
Im zweiten Satz war das Duo dann kaum wiederzuerkennen. Langer Schieber, schneller Tick-Tack-Zieher, sauberer Übergang von Fünf auf Drei, Pinshot, Jet – beim 6:2 funktionierte plötzlich fast alles. Das bis dahin dominanteste Bergedorfer Doppel des Abends.
Weniger Freude hatten anschließend Markus und Dieter. Im ersten Satz stand es innerhalb kürzester Zeit 0:5. Nach gerade einmal 2:40 Minuten war das 2:6 besiegelt. Nach dem Positionswechsel und Markus’ Gang in die Defensive stabilisierte sich das Spiel im zweiten Satz deutlich. Beim 4:4 war alles offen, doch die offensive Stärke der Gurken von der Zwei entschied auch diesen Satz: 4:6.
ObiLex liefert – zumindest zur Hälfte
Dann trat ObiLex an den Tisch. Martin und Alex legten gegen Lenard und Lars furios los. Vor allem Alex erwischte auf der Drei einen starken Satz und versenkte vier gut getimte Pinshots. Das Ergebnis: ein dominantes 6:2.
Der zweite Durchgang entwickelte sich dagegen zum Krimi. Die Kellerkicker hatten Schwierigkeiten im Aufbau, lagen zwischenzeitlich 2:5 zurück. Ein Positionswechsel brachte neue Energie: Man verkürzte mit Pinshot und Jet auf 4:5. Sogar die Chance zum 5:5 war da – ehe eine abgefälschte Gurke von der Zwei die Hoffnungen beendete.
4:6. Halbzeitstand: 6:10.
Drei Minuten Dieter – und Rollo schiebt den Ausgleich herbei
Der hatte offenbar wenig Interesse an einem langen Abend und benötigte gegen Karen gerade einmal rund drei Minuten. Vier Zieher, ein Trickshot geradeaus und ein leicht glücklicher letzter Treffer: 6:3.
Damit bleibt Dieter im Goalie in dieser Saison bei einer makellosen Quote.
Anschließend durfte Rollo gegen Sven ran – und der Kapitän lieferte. Sehenswerte Treffer gab es auf beiden Seiten, darunter eine wunderschöne Hackenbande von Sven. Rollo antwortete mit eigener Bande und vor allem einer ganzen Sammlung von Schiebern. Kurz, mittig, wieder kurz – 6:4.
Plötzlich war alles wieder offen.
Zwischenstand: 10:10.
Nun hätten die Kellerkicker erstmals an diesem Abend in Führung gehen können. Doch das „Stelli-Doppel von der Mühlenstraße“ Dieter und Rollo bekam Karen und Lenard nicht ganz zu fassen.
Der erste Satz ging mit 3:6 verloren. Im zweiten lagen die Bergedorfer bereits 1:4 hinten, kämpften sich aber zurück – unter freundlicher Mithilfe zweier gegnerischer Eigentore. Ein Jet brachte sogar die 5:4-Führung. Der Satzgewinn lag auf dem Tisch.
Doch die Gurken retteten sich mit Lenards Signature-Move auf der 3 zum 5:5.
Auch Alex kam in seinem zweiten Einzel gegen Lars nicht über ein Unentschieden hinaus. Nach einer schnellen 2:0-Führung folgten Gurken, Jets, Banden und überhaupt allerlei Dinge, die nur bedingt nach kontrolliertem Tischfußball aussahen. Am Ende: 5:5. Kein schöner Satz, aber ein wichtiger Punkt.
12:14.
Dann folgte vielleicht das spannendste Einzel des Abends.
Martin gegen Lenard.
Nach gerade einmal 45 Sekunden lag Obi 0:3 hinten. Die Konsequenz: Defensivumstellung. Und die funktionierte. Ein schöner Jet, ein schräger Treffer von der Zwei, ein Schieber – 3:3. Nach erneutem Rückstand kam Martin wieder, glich aus und ging mit einem Jetschieber tatsächlich 5:4 in Führung.
Lenard hatte allerdings noch eine Antwort und rettete den Satz zum 5:5.
Damit stand es vor dem letzten Doppelblock 13:15.
Jofessor und Obi halten die Kellerkicker am Leben
Markus und Martin mussten liefern – und machten es selbstverständlich maximal dramatisch.
Nach einer zwischenzeitlichen 3:2-Führung lagen die Kellerkicker plötzlich 3:5 zurück. Ein weiterer Gegentreffer hätte die Partie entschieden.
Dann half zunächst ein Eigentor der Gurken.
4:5.
Und anschließend kam Obi.
Von der Zwei setzte er eine wunderschöne Bande ins Tor – bereits seine zweite sehenswerte Zweierbande des Satzes.
5:5.
14:16 vor dem allerletzten Satz.
Jetzt gab es keine taktischen Rechenspiele mehr. Ein Sieg war alternativlos.
4:0. 4:4. Und dann explodiert der Kickerkeller
Markus und Martin ließen zunächst überhaupt keinen Zweifel daran, was sie vorhatten.
Jetzieher. Kurzer Schieber. Treffer von der Fünf.
Nach gerade einmal 60 Sekunden stand es 3:0.
Dann sogar ein Jetzieher von der Zwei.
4:0 nach 1:40 Minuten.
Das musste es doch sein.
War es natürlich nicht.
Sven und Lars drehten auf, die Kellerkicker verloren ihren Rhythmus – und nach 6:25 Minuten war der komplette Vorsprung verschwunden.
4:4.
Nach einem Abend voller knapper Sätze, Comebacks und verpasster Chancen hing nun tatsächlich alles an den nächsten beiden Toren.
Martin setzte den langen Jetzieher zum 5:4.
Matchball.
Dann der letzte Angriff. Jetschieber. Nicht sauber getroffen. Der Ball hoppelt, wird verzogen, nimmt noch den gegnerischen Rücken mit –
und fällt rein.
6:4. 16:16.
Großer Jubel im Kickerkeller.
16:16. Punkteteilung.
Ein Punkt, der mehr wert sein könnte als nur ein Punkt
Das Ergebnis spiegelt die Partie ziemlich gut wider. 76:75 Tore, sechs 5:5-Sätze und zahlreiche Spiele, die in beide Richtungen hätten kippen können. Es gab wunderschöne Banden, starke Jets und gelungene Kombinationen – und mindestens genauso viele Eigentore, Abpraller und echte Gurken auf beiden Seiten.
Vor allem aber zeigten die Kellerkicker etwas, das in den ersten beiden Saisonspielen noch zu selten zu sehen gewesen war: Sie blieben dran.
Beim 6:10 zur Halbzeit. Beim 12:14. Beim 13:15. Beim 3:5 im vorletzten Satz. Und schließlich sogar nach einer verspielten 4:0-Führung im alles entscheidenden letzten Doppel.
Planmäßig am 6. Oktober wartet in Harburg ein Doppelspieltag gegen die Southside Kickers: der 4. Spieltag der Liga, die erste Runde des Landespokals. Beide Begegnungen haben ihre ganz eigene Brisanz. Gegen den bislang glücklosen Aufsteiger sind Punkte im Kampf um den Klassenerhalt dringend nötig. Im Pokal wartet derweil eine andere historische Aufgabe: Seit Gründung der Kellerkicker fehlt noch immer der erste Sieg in diesem Wettbewerb.