Saison 2026/27 · 3. Spieltag

3. Spieltag: Nen Rudel Gurken

Kellerkicker Bergedorf

16:16

Nen Rudel Gurken

Unentschieden Tore 76:75

  • Fr, 25.09.2026, 19:00 Uhr
  • Kickerkeller am Richard-Linde-Weg
  • Kickerliga

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Spielanalyse

Spielanalyse: Kellerkicker Bergedorf – Nen Rudel Gurken

3. Spieltag · 3. Liga D · Freitag, 25.09.2026 · 19:00 Uhr

Nach zwei Niederlagen zum Saisonstart wartet auf die Kellerkicker am dritten Spieltag ein Gegner, der ziemlich genau das verkörpert, was sie selbst gerne werden möchten: ein etabliertes Drittligateam.

„Nen Rudel Gurken“ gehört seit vielen Jahren zum Hamburger Ligabetrieb, spielte 2015 sogar eine Saison in Liga 2 und verfügt über einen Kern, der teilweise schon seit 2009 zusammenspielt. Gleichzeitig sind die Gurken kein Spitzenteam der Liga. In der vergangenen Saison landeten sie mit 17:19 Punkten auf Platz sechs.

Für die Kellerkicker ist das nach 10:22 gegen Fuchs AG und 11:21 gegen die FC St. Pauli Giganten das nächste wichtige Standortbestimmungsspiel.

Zwei Spiele, eine ziemlich einfache Erkenntnis

Der Rückblick lässt sich diesmal kurz halten.

Gegen Fuchs AG waren vor allem die Einzel das Problem. Nur ein Einzelsatz wurde gewonnen, während die Doppel teilweise durchaus konkurrenzfähig waren.

Bei den Giganten gelang dann genau die geforderte Reaktion: Die Einzel waren wesentlich besser. Gleichzeitig fehlte diesmal die Konstanz in den Doppeln.

Damit ist die Aufgabe für Spieltag drei ziemlich offensichtlich:

Die guten Doppel aus dem Fuchs-Spiel und die besseren Einzel aus dem Giganten-Spiel müssen erstmals am selben Abend zusammenkommen.

Der Gegner: ein ziemlich klassisches Drittligateam

Die Gurken unterscheiden sich fundamental von den Giganten.

Statt eines jungen Teams mit Junioren-Bundesliga-Erfahrung wartet eine Mannschaft mit teilweise 17 Jahren Hamburger Ligaerfahrung. Bernd-Alfred Bartels, Lenard Hinrichs, Karen Stübs und Henning Weick sind Gründungsmitglieder und seit 2009 dabei. Jens Dallmann spielt seit 2011 für die Gurken, Lars Karrasch ebenfalls seit 2011 im Hamburger Ligabetrieb.

Kurz gesagt:

Nach „Alte Herren gegen Junior:innen“ heißt es diesmal: Alte Herren gegen noch ältere Hasen.

Allerdings befindet sich die Mannschaft in einem gewissen Umbruch. Mit Jochen Feldkamp und Frank Köller gab es zwei Abgänge. Neu dabei sind Sven Brendemühl als TFVHH-Neueinsteiger und Antonios Morpheus Gidopoulos, der bislang lediglich Viertligaerfahrung besitzt. Bjarne Stübs kam erst im Verlauf der vergangenen Saison dazu.

Damit besteht das Rudel aus einem sehr erfahrenen Kern plus mehreren deutlich weniger etablierten Spielern.

Und genau dort liegt die Chance der Kellerkicker.

Lenard Hinrichs – die gefährlichste Gurke

Die Zahlen der vergangenen Saison zeigen eine ziemlich deutliche Hierarchie.

Spieler

Quote 2025/26

Sätze

Lenard Hinrichs

61 %

100

Sven Hornbostel

55 %

65

Bernd-Alfred Bartels

48 %

55

Henning Weick

45 %

66

Lars Karrasch

42 %

59

Jens Dallmann

33 %

20

Karen Stübs

32 %

59

Bjarne Stübs

50 %

2

Hinrichs ist eindeutig der Spieler, den die Kelllerkicker auf dem Zettel haben müssen. 61 Prozent über 100 Sätze sind keine Momentaufnahme. Dahinter folgt mit Hornbostel ein weiterer klar überdurchschnittlicher Spieler.

Dahinter wird es deutlich offener.

Und deshalb wäre es taktisch falsch, den Abend daran zu messen, ob man ausgerechnet Hinrichs schlägt. Die Punkte müssen gegen die zweite Hälfte des Gurken-Kaders geholt werden.

Der Saisonstart der Gurken

Die Gurken sind ordentlich in die Saison gekommen.

Zum Auftakt schlugen sie die Southside Kickers deutlich mit 22:10 bei 81:65 Toren. Danach folgte das wesentlich aussagekräftigere 15:17 gegen Partisan Pinshot.

Doch für die Kellerkicker gibt es einen Vorteil, den man nicht kleinreden sollte:

Heimspiel.

Die Gurken spielen ebenfalls Leonhart Pro Tournament, der Tischtyp selbst ist also kein Problem. Aber die Kellerkicker spielen auf dem eigenen Tisch, im eigenen Keller und in der gewohnten Umgebung. Gerade gegen einen nominell etwas stärkeren Gegner kann dieser kleine Vorteil relevant werden.

Wo stehen die Kellerkicker wirklich?

Eigentlich ist das die interessanteste Frage dieses dritten Spieltags.

Fuchs AG war erkennbar stärker.

Gegen die Giganten konnte Bergedorf phasenweise mithalten, verlor am Ende aber erneut deutlich.

Nun kommt mit den Gurken eine Mannschaft, die seit Jahren ziemlich genau dort angesiedelt ist, wo die Kellerkicker hinwollen: im etablierten Mittelfeld der 3. Liga.

Deshalb ist dieses Spiel ein wesentlich besserer Gradmesser.

Ein Sieg würde nicht nur die ersten beiden Tabellenpunkte bringen. Er wäre auch der Nachweis, dass die Kellerkicker gegen etablierte Drittligisten auf Augenhöhe spielen können.

Wie wahrscheinlich ist ein Sieg?

Ich würde dafür vier Faktoren gewichten: Vorjahresniveau, Saisonstart, aktuelle Aufstellung und Heimvorteil.

Ausgang

Wahrscheinlichkeit

🟢 Kellerkicker-Sieg

32 %

⚪ 16:16

17 %

🥒 Gurken-Sieg

51 %

Anders ausgedrückt: Die Wahrscheinlichkeit, dass Bergedorf mindestens einen Punkt holt, liegt bei rund 49 %.

Der rechnerische Erwartungsbereich liegt ungefähr bei 14:18 bis 17:15, mit 15:17/16:16 als besonders plausiblen Ergebnissen.

Das ist ein erheblicher Unterschied zur Fuchs AG: Die Gurken sind Favorit, aber das ist kein Spiel, in das die Kellerkicker mit der Hoffnung auf eine Überraschung gehen müssen.

Nach dem Spiel

Spielbericht

Punktgewinn im Gurken-Krimi – Kellerkicker belohnen sich in letzter Sekunde

3. Spieltag · 3. Liga D

Kellerkicker Bergedorf – Nen Rudel Gurken 16:16 (76:75)

Halbzeit: 6:10

Da ist er: der erste Punkt der Saison. Und natürlich machen es die Kellerkicker so kompliziert wie irgendwie möglich.

Nach zwei deutlichen Niederlagen zum Saisonauftakt erkämpften sich die Bergedorfer gegen das TFVHH-Traditionsteam Nen Rudel Gurken ein 16:16. Sechs der 16 Sätze endeten 5:5, vier weitere 6:4 beziehungsweise 4:6. Vor dem allerletzten Satz war klar: Nur ein Sieg würde den Kellerkickern noch das Unentschieden retten.

Dabei begann der Abend bereits etwas… gurkig. Die Gäste reisten verspätet an, sodass erst gegen 19:30 Uhr angepfiffen werden konnte.

Jofessor angeschlagen, Teamchef mit Comeback-Qualitäten

Den Auftakt machte der leicht angeschlagene Jofessor gegen Sven. Nach einem schrägen Treffer von der Fünf zum 1:1 brachte ihn ein Eigentor früh ins Hintertreffen. Zwei schöne Jets hielten Markus im Spiel, beim Stand von 3:4 lag sogar der Ausgleich auf der Zwei – doch der Schieber wurde noch von der Linie gekratzt. Danach machten eine sehenswerte Bande und ein gerader Jet das 3:6 perfekt.

Alex bekam es anschließend mit Lenard zu tun – und lag schnell 0:2 und später 2:5 zurück. Lenard zeigte dabei eine starke Offensive samt Trickshot-Finesse. Der Teamchef nahm das Timeout, sortierte sich und arbeitete sich zurück. Ein schneller Treffer von der Fünf, ein Abstauber – und schließlich der Jet zum 5:5. Der erste kleine Kraftakt des Abends.

Rollo und Alex drehen auf

Im ersten Doppel gingen Kapitän Rollo und Teamchef Alex gegen Karen und Sven zunächst durch einige ausgesprochen unglückliche Gegentreffer mit 1:4 unter. Nach dem Timeout wurde das Spiel variabler und plötzlich stand es 4:4.

Beim 4:5 drohte dennoch die Niederlage. Dann parierte Rollo die letzte Chance der Gurken und setzte auf der Gegenseite selbst den fulminanten Schlusspunkt: kurze 2er-Bande über rechts, 5:5.

Im zweiten Satz war das Duo dann kaum wiederzuerkennen. Langer Schieber, schneller Tick-Tack-Zieher, sauberer Übergang von Fünf auf Drei, Pinshot, Jet – beim 6:2 funktionierte plötzlich fast alles. Das bis dahin dominanteste Bergedorfer Doppel des Abends.

Weniger Freude hatten anschließend Markus und Dieter. Im ersten Satz stand es innerhalb kürzester Zeit 0:5. Nach gerade einmal 2:40 Minuten war das 2:6 besiegelt. Nach dem Positionswechsel und Markus’ Gang in die Defensive stabilisierte sich das Spiel im zweiten Satz deutlich. Beim 4:4 war alles offen, doch die offensive Stärke der Gurken von der Zwei entschied auch diesen Satz: 4:6.

ObiLex liefert – zumindest zur Hälfte

Dann trat ObiLex an den Tisch. Martin und Alex legten gegen Lenard und Lars furios los. Vor allem Alex erwischte auf der Drei einen starken Satz und versenkte vier gut getimte Pinshots. Das Ergebnis: ein dominantes 6:2.

Der zweite Durchgang entwickelte sich dagegen zum Krimi. Die Kellerkicker hatten Schwierigkeiten im Aufbau, lagen zwischenzeitlich 2:5 zurück. Ein Positionswechsel brachte neue Energie: Man verkürzte mit Pinshot und Jet auf 4:5. Sogar die Chance zum 5:5 war da – ehe eine abgefälschte Gurke von der Zwei die Hoffnungen beendete.

4:6. Halbzeitstand: 6:10.

Drei Minuten Dieter – und Rollo schiebt den Ausgleich herbei

Der hatte offenbar wenig Interesse an einem langen Abend und benötigte gegen Karen gerade einmal rund drei Minuten. Vier Zieher, ein Trickshot geradeaus und ein leicht glücklicher letzter Treffer: 6:3.

Damit bleibt Dieter im Goalie in dieser Saison bei einer makellosen Quote.

Anschließend durfte Rollo gegen Sven ran – und der Kapitän lieferte. Sehenswerte Treffer gab es auf beiden Seiten, darunter eine wunderschöne Hackenbande von Sven. Rollo antwortete mit eigener Bande und vor allem einer ganzen Sammlung von Schiebern. Kurz, mittig, wieder kurz – 6:4.

Plötzlich war alles wieder offen.

Zwischenstand: 10:10.

Nun hätten die Kellerkicker erstmals an diesem Abend in Führung gehen können. Doch das „Stelli-Doppel von der Mühlenstraße“ Dieter und Rollo bekam Karen und Lenard nicht ganz zu fassen.

Der erste Satz ging mit 3:6 verloren. Im zweiten lagen die Bergedorfer bereits 1:4 hinten, kämpften sich aber zurück – unter freundlicher Mithilfe zweier gegnerischer Eigentore. Ein Jet brachte sogar die 5:4-Führung. Der Satzgewinn lag auf dem Tisch.

Doch die Gurken retteten sich mit Lenards Signature-Move auf der 3 zum 5:5.

Auch Alex kam in seinem zweiten Einzel gegen Lars nicht über ein Unentschieden hinaus. Nach einer schnellen 2:0-Führung folgten Gurken, Jets, Banden und überhaupt allerlei Dinge, die nur bedingt nach kontrolliertem Tischfußball aussahen. Am Ende: 5:5. Kein schöner Satz, aber ein wichtiger Punkt.

12:14.

Dann folgte vielleicht das spannendste Einzel des Abends.

Martin gegen Lenard.

Nach gerade einmal 45 Sekunden lag Obi 0:3 hinten. Die Konsequenz: Defensivumstellung. Und die funktionierte. Ein schöner Jet, ein schräger Treffer von der Zwei, ein Schieber – 3:3. Nach erneutem Rückstand kam Martin wieder, glich aus und ging mit einem Jetschieber tatsächlich 5:4 in Führung.

Lenard hatte allerdings noch eine Antwort und rettete den Satz zum 5:5.

Damit stand es vor dem letzten Doppelblock 13:15.

Jofessor und Obi halten die Kellerkicker am Leben

Markus und Martin mussten liefern – und machten es selbstverständlich maximal dramatisch.

Nach einer zwischenzeitlichen 3:2-Führung lagen die Kellerkicker plötzlich 3:5 zurück. Ein weiterer Gegentreffer hätte die Partie entschieden.

Dann half zunächst ein Eigentor der Gurken.

4:5.

Und anschließend kam Obi.

Von der Zwei setzte er eine wunderschöne Bande ins Tor – bereits seine zweite sehenswerte Zweierbande des Satzes.

5:5.

14:16 vor dem allerletzten Satz.

Jetzt gab es keine taktischen Rechenspiele mehr. Ein Sieg war alternativlos.

4:0. 4:4. Und dann explodiert der Kickerkeller

Markus und Martin ließen zunächst überhaupt keinen Zweifel daran, was sie vorhatten.

Jetzieher. Kurzer Schieber. Treffer von der Fünf.

Nach gerade einmal 60 Sekunden stand es 3:0.

Dann sogar ein Jetzieher von der Zwei.

4:0 nach 1:40 Minuten.

Das musste es doch sein.

War es natürlich nicht.

Sven und Lars drehten auf, die Kellerkicker verloren ihren Rhythmus – und nach 6:25 Minuten war der komplette Vorsprung verschwunden.

4:4.

Nach einem Abend voller knapper Sätze, Comebacks und verpasster Chancen hing nun tatsächlich alles an den nächsten beiden Toren.

Martin setzte den langen Jetzieher zum 5:4.

Matchball.

Dann der letzte Angriff. Jetschieber. Nicht sauber getroffen. Der Ball hoppelt, wird verzogen, nimmt noch den gegnerischen Rücken mit –

und fällt rein.

6:4. 16:16.

Großer Jubel im Kickerkeller.

16:16. Punkteteilung.

Ein Punkt, der mehr wert sein könnte als nur ein Punkt

Das Ergebnis spiegelt die Partie ziemlich gut wider. 76:75 Tore, sechs 5:5-Sätze und zahlreiche Spiele, die in beide Richtungen hätten kippen können. Es gab wunderschöne Banden, starke Jets und gelungene Kombinationen – und mindestens genauso viele Eigentore, Abpraller und echte Gurken auf beiden Seiten.

Vor allem aber zeigten die Kellerkicker etwas, das in den ersten beiden Saisonspielen noch zu selten zu sehen gewesen war: Sie blieben dran.

Beim 6:10 zur Halbzeit. Beim 12:14. Beim 13:15. Beim 3:5 im vorletzten Satz. Und schließlich sogar nach einer verspielten 4:0-Führung im alles entscheidenden letzten Doppel.

Planmäßig am 6. Oktober wartet in Harburg ein Doppelspieltag gegen die Southside Kickers: der 4. Spieltag der Liga, die erste Runde des Landespokals. Beide Begegnungen haben ihre ganz eigene Brisanz. Gegen den bislang glücklosen Aufsteiger sind Punkte im Kampf um den Klassenerhalt dringend nötig. Im Pokal wartet derweil eine andere historische Aufgabe: Seit Gründung der Kellerkicker fehlt noch immer der erste Sieg in diesem Wettbewerb.